Pro Grün verlangt Stopp der Winkelland‑Planung: Innenentwicklung vor Flächenfraß
Pro Grün fordert Stopp der Winkelland-Planung und Priorität für innerstädtische Flächen
Paderborn. Der örtliche Umweltschutzverein Pro Grün sieht im geplanten Neubaugebiet Winkelland an der Detmolder Straße eine unnötige Ausweitung auf die grüne Wiese. Die Kritik fußt auf den Erfahrungen mit dem Alanbrooke-Areal, wo Investoren Projekte aufgeben oder fertiggestellte Eigentumswohnungen kaum Abnehmer finden. Gleichzeitig bleibe bezahlbarer Wohnraum knapp, wie die starke Nachfrage nach Wohnungen der kommunalen Wohnungsgesellschaft WGP zeige.
Pro Grün fordert die Stadt auf, zunächst vorhandene innerstädtische Potenziale zu aktivieren: Konversionsflächen wie Alanbrooke und Barker böten nach Ansicht des Vereins deutlich größeres Potenzial für sozialverträglichen und flächensparenden Wohnungsbau als die 6,6 Hektar große Fläche Winkelland. Das Instrumentarium des Baugesetzes, um spekulativ zurückgehaltene Flächen zu mobilisieren, sei vorhanden, es fehle jedoch der politische Wille, es konsequent anzuwenden.
Der Vorsitzende Dieter Dubisch betont, dass das Potenzial leerstehender oder fehlbelegter Wohnungen den Bedarf deutlich mindern könne und deshalb vorrangig genutzt werden müsse. Petra Solscheid ergänzt, dass für Teile des Alanbrooke-Areals genossenschaftliche oder gemeinwohlorientierte Konzepte und günstiger Wohnraum über die WGP praktikable Antworten auf die Nachfrage im unteren Preissegment böten. Auf diese Weise lasse sich ökologisch und haushalterisch verantwortbar Wohnraum schaffen.
Pro Grün weist zudem auf die nationalen und europäischen Ziele zur Verringerung des Flächenverbrauchs hin: Deutschland hatte sich verpflichtet, den täglichen Flächenverbrauch deutlich zu senken. Der Verein sieht in der Nachnutzung ehemals militärisch genutzter Flächen eine Chance, diesen Beitrag zu leisten. Angesichts der angespannten kommunalen Haushaltslage mahnt Pro Grün, dass städtische Investitionen in neue Erschließungen auf der grünen Wiese das Risiko von Fehlinvestitionen bergen.
Der Verein hält seinen Einspruch gegen den Bebauungsplan Winkelland weiterhin aufrecht und fordert ein «ökologisch verantwortbares intelligentes Management» des Paderborner Wohnungsmarkts: Priorität für Innenentwicklung, Aktivierung leerstehender Bestände und gezielte Förderung gemeinwohlorientierter Wohnformen statt neuer Flächenversiegelung.
